Chronik

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Der Anfang
Um die Jahrhundertwende breitete sich das Fußballspiel, der Kampf um den runden Ball, immer mehr aus. Die ersten Fußballvereine und die ersten Spiele gab es bereits in Andernach, Neuwied, Mayen und Koblenz. So wurde auch in Weißenthurm die Lust und Liebe zum Tummeln mit dem Ball auf jedem freien Platz und auf der Straße geweckt. Allen Schwierigkeiten zum Trotz fanden bereits früh die ersten Besprechungen statt und am 6 Mai 1911 wurde in der Brauschenke der Brauerei der Verein gegründet.

Vereinsfarben
Aus Spenden von Mitgliedern und Gönnern des Vereins wurden aber bereits 1912 elf grün-schwarze Jerseys erworben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten machte der Verein gute Fortschritte und konnte schon bald mit 3 Mannschaften auf den Spielfeldern antreten. Im Jahre 1913 wurden am 4. Mai in einer Mitgliederversammlung die Farben des Vereins in blau – weiß geändert und seitdem wird beim BSV blau – weiß hochgehalten.

 

Der Krieg
Der Krieg hat große Lücken im Verein hinterlassen. Unverdrossen nahmen aber die Zurückgekehrten, Vereinsarbeit und Spielbetrieb wieder auf. Im Oktober 1919 trat man dem Westdeutschen Spielverband bei und ließ sich gerichtlich eintragen. Das Mitgliederverzeichnis zeigte zu diesem Zeitpunkt 49 Sportkameraden auf. Für den Spielbetrieb wurden 3 Mannschaften beim Verband gemeldet. In der Zwischenzeit hatten sich in der Heimatstadt zwei weitere Fußballvereine gebildet. Es waren dies der Fußballclub „Preußen“ und der Jugendsportclub 1919. Verständlicherweise arbeitete der BSV auf einen Zusammenschluss mit diesen Vereinen hin. Nach anfänglichen Widerständen, gelang dann 1922 der Zusammenschluss und es konnte eine Verstärkung der Jugendmannschaften festgestellt werden.

Sportplatz
Schon vor dem 1. Weltkrieg spielte man auf dem Sportgelände „Am guten Mann“. Viele können sich noch daran erinnern oder wissen von Eltern oder Großeltern, dass man zu dem damaligen Zeitpunkt die Tore von Weißenthurm bis zum „Guten Mann“ und wieder zurück schleppen musste. Im Jahre 1922 fanden längere Verhandlungen ihren Abschluss. Es war gelungen, von der Firma H. Schultheis das Gelände Sportplatz „Am Rhein“ zu pachten. Die Pachtsumme bestand nur aus einer Anerkennungsgebühr. Mit großer Mühe mussten die Sportler aus dem Ackerland ein Spielfeld herrichten. Doch man unterzog sich gerne dieser Aufgabe, da man dicht beim Heimatort ein geeignetes Gelände haben wollte. Leider konnte dieses Gelände in den letzten Jahren nicht mehr finanziell gehalten werden, sodass ein Kunstrasenplatz an der Grundschule entstand, der fortan als Fußballplatz des BSV genutzt wird.

1934 der erster Trainer
Viele Jahre hatte sich der Vorstand bemüht, einen Trainer für die Senioren zu verpflichten. Unter finanzieller Opferbereitschaft vieler sportbegeisterter Mitglieder (damals so wie heute) gelang es im Jahre 1934, den Sportkameraden Weber von Koblenz-Neuendorf als Trainer zu verpflichten. Das geordnete Trainingsprogramm führte zum sportlichen Erfolg und bei den Spielen selbst konnte man sehen, was eine gute Mannschaft zu leisten imstande ist.
Im „Olympiajahr“ 1936 feierte der Ballsportverein sein 25 – jähriges Stiftungsfest Die große Beteiligung der Weißenthurmer Bürgerschaft war sichtbarer Ausdruck des Dankes und der Anerkennung für die erfolgreiche Tätigkeit unseres Vereins im Dienste der Jugend. Eine dichte Zuschauermenge säumte den festlich geschmückten „Sportplatz am Rhein“, wo unter anderem auch die Olympiaflagge wehte, als die erste Mannschaft gegen die klassenhöhere Mannschaft von Fortuna Kottenheim antrat. Das Jahr 1937 brachte für den Verein neue Schwierigkeiten. In unserem Heimatort bildeten sich vier Werks- oder Firmenmannschaften, die dem BSV Spieler abwarben. Besonders erfreulich war, dass der Nachwuchs immer mehr aus der eigenen Jugendabteilung kommen konnte.

Weltkrieg -, Neuer Anfang
Der 2. Weltkrieg riss den Verein mitten aus dem erfolgreichen Wirken. Fast alle Mitglieder wurden zur Wehrmacht einberufen. 1942 musste der Spielbetrieb eingestellt werden. Nach dem Zusammenbruch 1945 regten sich schon bald wieder Kräfte, um den Fußballsport zu neuem Leben zu erwecken. 17 Mitglieder waren dem schrecklichen Krieg zum Opfer gefallen. Aus dem Chaos heraus konnten ein Sparguthaben von 200,- DM und eine Schreibmaschine gerettet wenden. Viele Urkunden, Pokale, Siegerplaketten und Wimpel waren verloren gegangen.
Die 1. Fußballmannschaft wurde Kreismeister und schaffte damit den Aufstieg in die Bezirksklasse. Ein schlechter Start in der neuen Runde konnte nicht mehr wettgemacht werden und die Mannschaft musste zurück in die Kreisklasse. Erst spät kamen einige Fußballer aus der Gefangenschaft zurück. Der sich langsam ordnende Spielbetrieb brachte neuen Aufschwung.
1 . Fußball-Mannschaft Kreispokalsieger 1950
Viele sportliche Erfolge konnten 1950 verbucht werden. Die 1. Mannschaft wurde mit 8:1 Kreispokalsieger gegen Blau Weiß Sayn. Mit einem 3:1 Sieg gegen Braubach wurde der Aufstieg in die Bezirksklasse erreicht.
Einen schönen Erfolg konnte Jugendleiter Peter Keib melden. Die D-Jugend wurde mit einem Torverhältnis von 84:9 ungeschlagener Kreismeister. In den späteren Jahren wurde ein immer größer werdender Fokus auf die Jugendarbeit gelegt, sodass im Kreis Koblenz und im Kreis Neuwied viele Erfolge und Meisterschaften durch den BSV Nachwuchs errungen werden konnten.

 

Juniorenmannschaft 2. Rheinlandmeister 1953/54
1953 gelang es den Verantwortlichen des BSV den langjährigen Torwart der deutschen Nationalmannschaft, Helmut Jahn, als Trainer zu verpflichten. Nach der Anlaufzeit war der Anschluss an die Spitzengruppe der 11. Amateurliga schnell wiederhergestellt. Nach dem Sportkameraden Müller von TuS Neuendorf wurde 1956 Mattias Schuth Trainer der Seniorenabteilung.
Durch das nun stattfindende intensive Training, gute persönliche und gesellige Betreuung schweißten sich die Mannschaft zu einer erfolgreichen Einheit zusammen. Im Spieljahr 58/59 war es dann soweit. Der BSV schaffte den Aufstieg in die höchste Amateurklasse, die I. Amateurliga, spätere Rheinlandliga.

 

 

50 Jahre BSV
Unter großer Anteilnahme der gesamten Bürgerschaft unserer Stadt und vieler Sportfreunde der näheren und weiteren Umgebung wurde im Mai 1961 das 50-jährige Bestehen des BSV gefeiert. Im Jubiläumsjahr verzeichnete der BSV bereits 449 Mitglieder, davon allein 105 Jugendliche unter 18 Jahren. Am Spielbetrieb nahmen 11 Mannschaften des Vereins teil. Dies bedeutet, dass jedes Wochenende über 120 aktive Spieler mit ihren Betreuern den BSV und somit die „Blauweißen“ Farben in der näheren und weiteren Umgebung vertreten haben.

 

 

Blütezeit
In dieser Zeit ab 1960 kam der BSV und der Fußballsport immer mehr zur Blüte. Viele gute Sportler aus Weißenthurm wurden zu Jugend- und Seniorenauswahlmannschaften berufen.
Die 1. Mannschaft lieferte spannende Fußballkämpfe in der Rheinlandliga. Sie verstand es immer wieder in packenden Spielen, die sehr oft lokalen Charakter trugen, für den Fußballsport zu werben. Neben den vielen bereits erwähnten Auswahlspielern gelang es auch einem „Weißenthurmer Jung“, nämlich Helmut Müller, bis zur 1. Bundesliga vorzudringen. Er wirkte zunächst als A-Jugendspieler in der Frankfurter Eintracht mit, erhielt dort 1974 aber einen Profivertrag. Am 30.04. 1974 bestritt dann die komplette 1. Bundesligamannschaft der Eintracht Frankfurt ein Ablösespiel für Helmut Müller in Weißenthurm. 1800 Zuschauer sahen dieses begeisternde Spiel.

Die Achtziger Jahre

Der Beginn der achtziger Jahre war für unsere 1. Mannschaft gleichbedeutend mit einem sportlichen Aufschwung, der den Verein an seine große Zeit der „60-er“ nicht nur wieder anknüpfen ließ, sondern der ihm die bis heute größten Erfolge bringen sollte:

 

Saison 1979/80        Dritter der Landesliga Rheinland – Staffel Süd

Saison 1980/81        Meister der Landesliga Rheinland – Staffel Süd

Saison 1981/82        Zweiter der Verbandsliga Rheinland („Rheinland-Vizemeister“)

Saison 1982/83        Zweiter der Verbandsliga Rheinland („Rheinland-Vizemeister“)

Saison 1983/84        Dritter der Verbandsliga Rheinland

Saison 1984/85        Siebter der Verbandsliga Rheinland

Saison 1985/86        nach Abschluss der Vorrunde: Siebter der Verbandsliga Rheinland

 

 

Die Jahre 2000-2013

Nachdem Der BSV Weißenthurm im Jahr 2000 vor der Auflösung stand und mit der TuS Kettig eine Spielgemeinschaft gebildet wurde, gelang es erst vier Jahre später, den Verein zu retten. Ziel dieser Rettungsaktion war eine eigenverantwortliche Führung des Traditionsvereins. Zunächst begann man mit einer Bambini und einer Damenmannschaft. Rasch stellten sich erste Erfolge ein und der Verein begann wieder zu wachsen. Heute, sieben Jahre später zählt der Verein wieder über 400 Mitglieder und wächst stetig weiter. Das Vereinskonzept findet wieder mehr und mehr Gefallen, besonders bei den Kindern und Jugendlichen. Als im Jahr 2004 wieder der Untergang des Traditionsvereins BSV Weißenthurm bevor stand, entschlossen sich ein paar Fußballverrückte dem entgegen zu wirken. Allen voran der in einer Rettersitzung gewählte Vorsitzende Walter Gräf, der sich entschlossen hatte andere Wege zu gehen, indem er sein Hauptaugenmerk der Jugend zuwandte, die sich am Anfang auf die Jüngsten niederschlug! Im Seniorenbereich konnte man im Weiteren Verlauf der Spielgemeinschaft mit der TuS Kettig an erfolgreiche Jahre anknüpfen. So stand am Ende auch wieder A-Klassen Fußball in Weißenthurm auf dem Plan. Dank vieler Ehrenamtlich tätiger Trainer, Betreuer und weiteren Helfern steht der BSV sowohl in der Struktur wie auch in den sportlichen Leistungen wieder gut da.

Aufgrund verschiedener Unstimmigkeiten hat man sich 2010 diese SG aufzulösen und wieder auf eigenen Beinen zu stehen und wieder als BSV Weißenthurm auf Torejagd zu gehen. Leider kamen dann zu dem ausbleibenden Erfolg im Seniorenfußball auch noch finanziellen Probleme des Vereins hinzu. So entschied sich der Vorstand in einem einstimmigen Beschluss die Seniorenmannschaft vom Spielbetrieb abmelden. Die Saison 2013/14 ist finanziell nicht gesichert. Daher stand zur Debatte, auf die Seniorenmannschaft oder die Jugendarbeit zu verzichten. Da dem gesamten Vorstand die Jugendarbeit sehr am Herzen liegt, wurde der einstimmige Beschluss gefasst, dass der BSV Weißenthurm die Jugendarbeit auf jeden Fall weiter betreiben wird. Der Vorstand hatte die Hoffnung in ein oder zwei Jahren wieder eine Mannschaft im Seniorenbereich aufstellen zu können.

Im Laufe des letzten Jahres machten sich viele ehemalige Mitglieder der Jugend- und Seniorenmannschaften des BSV Weißenthurm Gedanken darüber, wieder Seniorenfußball in Weißenthurm anzubieten und an die erfolgreiche Vergangenheit anzuknüpfen.

 

 

Der Neuanfang 2014

Letztendlich entschieden sich die zwei Thurer Jungs Stefan Reick und Martin Mazurkiewicz nach zahlreichen Gesprächen und vielen Stunden der Planung, ihre aktuellen Vereine zu verlassen und sich wieder ihrem Heimatverein dem BSV anzuschließen um dort Verantwortung zu übernehmen und etwas aufzubauen. Als Cheftrainer konnte hier der überregional bekannte „Weißenthurmer Jung“ Mahmoud Mandegari gewonnen werden, welcher in seiner Jugend und den Anfängen seiner Seniorenlaufbahn, unter anderem beim BSV Weißenthurm, der TuS Mayen, der TuS Koblenz, der SG 2000 Mülheim Kärlich, der Spvgg Bendorf, ATA Urmitz und in Montabaur als Spieler aktiv war. Gleichzeitig hat er in der Zeit beim BSV Weißenthurm auch schon die B-Jugend erfolgreich betreut.

Unter Zusammenarbeit des Bürgermeisters Gerd Heim, des 1. Vorsitzenden des BSV Walter Gräf, sowie dem Trainer, der ebenfalls neu gegründeten 2. Mannschaft, Marcus Uerz und den Verantwortlichen der nun neuen 1.  Mannschaft Stefan Reick, Martin Mazurkiewicz und Mahmoud Mandegari konnte man so wieder einen schlagkräftigen Seniorenbereich aufstellen.

Mitlerweile geht man in die 4. Seniorensaison in der Spielzeit 2017/18 , startet mit zahlreiche Jugendmannschaften in nahezu allen Altersklassen in den Spielbetrieb und konnte sogar eine überregional bekannte Futsalmannschaft als Teil der BSV Familie in der Region etablieren.

 

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